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  • Paul Sobota

Praxistipp: Zahlen Sie die Maklercourtage

Als Verkäufer/in die Courtage selbst zu zahlen lohnt sich. Wir sagen Ihnen warum und erläutern den Fall in einem Rechenbeispiel.

Die kürzlich in Kraft getretene Gesetzesnovellierung, nach welcher die Maklerkosten mindestens hälftig von der Verkäuferseite getragen werden müssen, soll laut Angabe der Bundesregierung Käufer entlasten. Doch bereits zuvor zahlten pfiffige Verkäufer/innen die Maklergebühren aus eigener Tasche – und zwar nicht aus reinem Altruismus.


Der Grund für das Vorgehen: Der Kaufpreis orientiert sich in erster Linie an den Gesamtkosten. Die Maklerkosten können also ohne Weiteres auf den Kaufpreis addiert werden. Während sich auf der Verkäuferseite also keine Änderungen ergeben, verbessern Sie die Kreditkondition potenzieller Käufer/innen: Maklerkosten sind Kaufnebenkosten und werden als solche zu 100% aus dem Eigenkapital gezahlt. Den Kaufpreis hingegen finanziert die Bank und der Eigenkapitalanteil beträgt nur einen Bruchteil, sagen wir 5%.

Ein Zahlenbeispiel zur Verdeutlichung:

Angenommene Randbedingungen: Gesamtpreis der Immobilie inklusive Kaufnebenkosten: 560.000 €

Darin enthalten:

  • 500.000 € Kaufpreis

  • 17.500 € Maklerprovision (ca. 3,5%)

  • 32500 € Grunderwerbssteuer (6,5%)

  • 7500 € Notarkosten (1,5%)

  • 2500 € Grundbucheintrag (0,5%)

Möchte nun Familie Fröhlich gerne ihr Haus kaufen und bringt 70.000 € an Eigenkapital gibt es in Abhängigkeit der gewählten Strategie zwei Szenarien:

Option a): Die Maklerkosten werden vom Käufer bezahlt (Vereinfachung im Rahmen des Beispiels - auch bei einer Teilung der Kosten bleibt die Tendenz gleich)

Zunächst werden die Kaufnebenkosten gezahlt, also 60.000 € für Makler, Grunderwerbssteuer, Notar und Grundbucheintrag. An Eigenkapital verbleiben also 10.000 € bzw. 2% des Kaufpreises. Für die Bank bedeutet dies de facto eine 100%ige Finanzierung - und das Risiko wird, wenn das Vorhaben überhaupt finanziert wird - mit einem nicht unerheblichen Zinsaufschlag eingepreist.

Option b): Der Maklerkosten werden vollständig von der Verkäuferseite getragen:

Neuer offizieller Kaufpreis: 517.500 €

Grunderwerbsteuer: rd. 33.640 €

Notarkosten: rd. 7.760 €

Grundbucheintrag: 2.590 €

Die Gesamtkosten betragen nun 561.490 €, da sich die Kaufnebenkosten entsprechend des erhöhten Kaufpreises geringfügig erhöhen. In absoluten Werten verringern sich die Nebenkosten auf rund 44.000€, da die Maklerkosten nun nicht mehr Bestandteil dieser sind. Ergo kann Familie Fröhlich ca. 26.000 €, also 5% des Kaufpreises, an Eigenkapital einbringen. Gerade die ersten Eigenkapitalhürden verbessern häufig die Kreditkonditionen deutlich.


Verbessern sich beispielsweise die Kreditkonditionen von Familie Fröhlich von 1,6 % p.a. auf 1,3% p.a. spart sie hierdurch mehrere 10.000 € an zukünftigen Zinszahlungen ein. Es klingt paradox: Obwohl der offizielle Kaufpreis steigt, kann sich die Familie nun eine teurere Immobilie leisten und zahlt hierfür insgesamt einen geringeren Preis. Folglich wird es wahrscheinlicher, dass sie ein höherer Verkaufspreis als die oben erwähnten 517.500 € erzielt werden können.


Nicht zu unterschätzen ist auch eine psychologische Komponente: Für ein eigenes Heim sind Menschen eher bereit einen hohen Preis zu zahlen - schließlich ist es der zukünftige Lebensmittelpunkt, dessen Gegenwert wir tagtäglich erleben. Gegen das Zahlen von Zinsen hingegen hegen die Meisten eine gewisse Abneigung.



Fazit

Wenn Sie als Verkäufer/in die Maklergebühren zahlen und im Gegenzug die Provision auf den Kaufpreis addieren, erweitern Sie den Kreis potenzieller Käufer/innen. Dies wird sich infolge des Gleichgewichts von Angebot und Nachfrage zu Ihren Gunsten im Preis widerspiegeln.


Letztlich ist es eine Win-Win-Win Situation: Die Bank verbucht ein geringeres Risiko, Kaufende zahlen weniger Zinsen und Verkaufende maximieren ihren Gewinn.

Haben Sie weitere Fragen?

Kontaktieren Sie uns gerne unverbindlich und wir beraten Sie gerne.

Dr. Sobota | Sachverständiger für Immobilienbewertung in

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